27
Nov
2006

Etappe 91-100

91. Tag: Samstag, 7.8.04: Läntahütte (2090m) - Capanna Adula (2012m)

Um Sieben nehme ich die Bocchetta di Fornée (2887m) in Angriff. Ohne Pfad erweist sich die Orientierung anfangs trotz der spärlich auftauchenden alten blau-weißen Markierungen als ziemlich schwierig. Nach einiger Zeit lege ich Steigeisen an, erklettere eine steile Grasrinne und hoffe, sie möge nicht plötzlich in der Senkrechten enden. Zwar tut sie das nicht, dennoch beinhaltet der Ausstieg eine diffizile Kletterpassage (III), nach der das Gelände flacher wird. Vor der Scharte überquere ich ein immerwährendes Schneefeld und erklimme die letzten sehr steilen Meter.
Bocchetta di Fornée (2887m)
Ebenso abschüssig und schwierig präsentieren sich die ersten 200 Höhenmeter im Abstieg, das lockere Gestein bietet kaum Halt. Es schließen sich steile Grashänge an, meine Steigeisen stellen einmal mehr ihre Tauglichkeit unter Beweis. Bald taucht ein kleiner, verwachsener Pfad auf, der den Abstieg ins Carassino-Tal (1800m) durch hohes Gestrüpp erleichtert. Ich befinde mich jetzt im Tessin, der italienischsprachigen Schweiz. Die letzten 200 Höhenmeter zur Capanna Adula (2012m) spaziere ich geruhsam aufwärts. Die Verständigung mit den Wirtsleuten klappt in einer Mischung aus deutsch und französisch einigermaßen. Mir wird ein winziges Einzelzimmer zugewiesen, auf dessen Tür "privato" geschrieben steht. Um Punkt Sechs bricht ein kleines, nicht lange währendes Gewitter los. Auch diese Nacht sind Ohrenstöpsel unabdingbar...

Exakte Routenführung: Läntahütte (2090m) - Bocchetta di Fornée (2887m) - Alpe Cassimoi (1820m) - Capanna Adula (2012m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 1000m; Abstieg: 1050m
Distanz: 9 km
Reale Gehzeit: 5,25 Std

Capanna Adula (2012m)

92. Tag: Sonntag, 8.8.04: Capanna Adula (2012m) - Capanna Piandios (1875m)

Der Tag beginnt mit 1300 Höhenmetern Abstieg durch das Val Soi nach Aquila (740m) im Valle di Blenio, an der Lukmanierpassstraße gelegen. Der Ort selbst wirkt an einem Sonntagmorgen wie diesem wie ausgestorben.
Aquila (740m)
Auf meinem unschwierigen Aufstieg zur Capanna Piandios (1875m) passiere ich etliche Ferienhäuser, im Endspurt sind einige Höhenmeter Gegenanstieg zu bewältigen. An der Hütte wimmelt es von Leuten, nebenan findet ein Almfest statt. Als die Kundschaft abebbt, unterhalte ich mich länger mit dem deutsch sprechenden Hüttenwirt. Er arbeitet eigentlich als Psychologe in Lugano, in der Hauptsaison (Juli und August) bricht er aus seinem Umfeld aus und verbringt die Zeit hier oben, um eine Wiederholung seines einmal erlittenen "Burn-Out-Syndroms" zu vermeiden. Das Abendessen (Polenta) nehme ich mit einem weiteren Gast ein, er war einst als schwer Drogenabhängiger ein Klient des Hüttenwirts, was dem aufmerksamen Beobachter nicht verborgen bleibt. Nachts gibt er furchtbare Geräusche von sich, als ob er permanent von Alpträumen gequält würde. Er schläft zwar eine Etage über mir, seine Laute sind jedoch nicht zu überhören.

Exakte Routenführung: Capanna Adula (2012m) - Aquila (740m) - Capanna Piandios (1875m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 1200m; Abstieg: 1350m
Distanz: 14 km
Reale Gehzeit: 6,5 Std

Capanna Pian Daioss (1875m)

93. Tag: Montag, 9.8.04: Capanna Piandios (1875m) - Alpe Vallascia (1240m)

Den höchsten Punkt am heutigen Tag, die grasige, von kleinen Schleppliften verzierte Bassa di Nara - Scharte (2123m), erreiche ich schon nach kurzem. Anschließend steige ich auf alten Wegen nach Faido (700m) im Valle Leventina ab. Eigentlich ist dort nur eine kurze Rast vorgesehen, letztlich dauert sie drei volle Stunden, da wolkenbruchartiger, ausdauernder Regen einsetzt.
Valle Leventina (700m)
Erst gegen sechs Uhr setzte ich den Weg fort und halte sogleich Ausschau nach einer Unterkunft für die Nacht. Die winzigen Kapellen, die ich passiere, sind zu klein für solche Zwecke. Schließlich ist mir das Glück doch noch hold: Auf der Alpe Vallascia (1240m) entdecke ich ein einsames, leerstehendes Gebäude. Im Untergeschoss befindet sich ein Stall, oben ist es komplett leer. Ich nehme es sofort in Beschlag, gerade rechtzeitig vor dem wieder einsetzenden Regen.

Exakte Routenführung: Capanna Piandios (1875m) - Bassa di Nara (2123m) - Faido (700m) - Alpe Vallascia (1240m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 850m; Abstieg: 1500m
Distanz: 14 km
Reale Gehzeit: 6 Std

Luxusunterkunft auf Alpe Vallascia (1240m)

94. Tag: Dienstag, 10.8.04: Alpe Vallascia (1240m) - Capanna Campo Tencia (2140m)

Geruhsamer lasse ich es heute angehen, die Capanna Campo Tencia (2140m) ist in drei Stunden Gehzeit erreichbar. Das Wetter lässt sehr zu wünschen übrig, es herrscht Waschküchenatmosphäre, ab und an nieselt es. Am Abend werde ich neben ein älteres italienisches Ehepaar platziert. Wir unterhalten uns, sie spendieren mir ein Glas Rotwein und überlassen mir ihre Wurst- und Käsereste, nicht ohne anzumerken, dass die Ostdeutschen eben nicht gelernt hätten zu arbeiten, wodurch auch die hohe Arbeitslosigkeit dort zu erklären sei.

Exakte Routenführung: Alpe Vallascia (1240m) - Capanna Campo Tencia (2140m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 900m; Abstieg: 0m
Distanz: 6 km
Reale Gehzeit: 3 Std

Capanna Campo Tencia (2140m)

95. Tag: Mittwoch, 11.8.04: Capanna Campo Tencia (2140m) - Capanna Leit (2260m)

Laut Plan wollte ich heute den Pizzo Campo Tencia (3071m) erklimmen, doch dieses Vorhaben lege ich bald ad acta. Schon um sechs Uhr früh gießt es in Strömen, vier Stunden später immer noch dasselbe Bild. Einige Gruppen brechen trotzdem auf, vier Schweizer schenken mir einige Vorräte, unter anderem sechs Äpfel. Einer von ihnen erzählt, dass ein Freund von ihm einmal in drei Monaten von Wien nach Nizza gewandert sei. Um vier Uhr am Nachmittag reißt mir die Hutschnur, und ich wage den zweistündigen glitschig-felsigen Übergang zur Capanna Leit (2260m).
Capanna Leit (2260m)
Anfangs habe ich Glück, es nieselt nur, doch die Himmelsdusche bleibt mir nicht erspart. Obwohl die Hütte ziemlich groß ist und mindestens zwanzig Gäste dort übernachten, ist sie nicht bewirtschaftet. Gegen abends legt sich das Sauwetter, und die Wolken lichten sich. Beim Abendessen werde ich erneut reichlich mit Gaben versehen: Diesmal überlassen mir zwei Züricher Gruppen ihre Reis- und Nudelreste, ein wahrhaft parasitäres Dasein heute. Um auch einmal die Befriedigung eines Wohltäters zu verspüren, habe ich immerhin drei meiner sechs Äpfel weiter verschenkt.

Exakte Routenführung: Capanna Campo Tencia (2140m) - P. 2481m - Capanna Leit (2260m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 350m; Abstieg: 250m
Distanz: 3 km
Reale Gehzeit: 2 Std

Lago Leit (2260m)

96. Tag: Donnerstag, 12.8.04: Capanna Leit (2260m) - Alpe d'Alpigia (1980m)

Nach den letzten beiden wetterbedingt kurzen Tagen habe ich heute großes vor. Um vier Uhr stehe ich auf, aber es macht erst gegen Viertel vor Sechs Sinn, los zu gehen, vorher ist es stockdunkel. In einer dreiviertel Stunde erreiche ich den Passo Campolungo (2318m), meinen heutigen Scheitelpunkt. Die Witterung ist weniger schön als erhofft, die Wolken hängen sehr tief. Kurz nach Acht bin ich im malerischen Örtchen Fusio (1281m) angekommen, wo meine Vorräte aufgefüllt werden.

Frisch bepackt geht es Richtung Sentiero dei Vanisc (2311m), einer alten Passhöhe. Unterhalb von 1600 Metern weist der Weg spärliche Markierungen auf. Erhebliche Probleme bereitet mir die Überquerung eines ob der Regenfälle der letzten Zeit reißenden Bachs auf äußerst glitschigen Felsen. Den markierten Weg hinter mir lassend quere ich auf einem kaum zu erkennenden, von nassem Gras überwucherten Pfad, der meine Schuhe zum Triefen bringt. An zwei verfallenen Holzhütten biege ich nach rechts und steige steil an, einem vermeintlichen Pfad folgend. Inzwischen ist dichter Nebel aufgezogen, ich sehe nichts mehr. Die Pfadspuren führen mich auf einen Kamm, den ich laut Karte auf 1980 Metern Höhe nach rechts verlassen muss, und wegen ansonsten steiler Felsabstürze auch nur an dieser Stelle verlassen kann. Zwar weiß ich dank meines Höhenmessers ungefähr, wann ich die erforderliche Höhe erreicht habe, aber im dichten Nebel finde ich trotz mehrerer Anläufe die Abzweigung nicht. Zudem fallen mehr und mehr Tropfen vom Himmel. Ich erwäge bereits den Rückzug, als es mir endlich gelingt, den Kamm wie vorgesehen zu verlassen. Das in unmittelbarer Nähe in der Karte eingezeichnete Gebäude existiert tatsächlich und eignet sich leidlich als Schlafplatz. Wie vor drei Tagen befindet sich im Untergeschoss ein verlassener Stall, über dem ich nächtige. Wegen des Sauwetters macht ein Weitergehen keinen Sinn. An manchen Stellen ist das Dach undicht und es tropft, aber es gelingt mir, eine trockene Stelle ausfindig zu machen. Zum ersten Mal seit langem sind meine Socken so nass, dass man sie auswringen kann. Permanent werde ich von Vögeln umkreist, die ihren in zwei Nestern schreienden Nachwuchs zu sättigen versuchen.

Exakte Routenführung: Capanna Leit (2260m) - P. 2140m - Passo Campolungo (2318m) - Fusio (1281m) - Castelleto (1469m) - Alpe d'Alpigia (1980m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 950m; Abstieg: 1250m
Distanz: 11 km
Reale Gehzeit: 6,5 Std

Meine Unterkunft auf der Alpe d'Alpigia (1980m)

97. Tag: Freitag, 13.8.04: Alpe d'Alpigia (1980m) - Capanna Basodino (1856m)

Der heutige Freitag der dreizehnte liefert ganz passables Wetter. Die frühmorgendlichen Sonnenstrahlen nutze ich zum Trocknen meiner Kleidung, erst um Neun setze ich mich in Bewegung. Weglos erklimme ich in kurzer Zeit die Sentiero dei Vanisc (2311m). Auf der anderen Seite der Scharte müssen steile, grasige und feuchte Hänge gequert werden, eine sichere Beute meine Steigeisen. Ich folge kümmerlichen Spuren, die sich bald in einem Wäldchen verlieren. Als einziger Ausweg bietet sich ein fünfzehnminütiger Abstieg in dichtestem Gebüsch an. Auch die Überquerung des breiten Baches in 1580 Metern Höhe ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Mit aufgehellter Miene nehme ich zur Kenntnis, dass mich für den Rest des Tages eine rot-weiße Markierung begleiten wird, ein weiteres Ankämpfen gegen dichte Zweige und Äste ist somit unwahrscheinlich geworden. Dennoch verbleiben anstrengende 1000 Meter Aufstieg zur Bocchetta del Lago Nero (2563m) sowie 700 Meter Abstieg zur vergleichsweise tief gelegenen Capanna Basodino (1856m).
Bocchetta del Lago Nero (2563m)
Obwohl eine Gondelbahn aus dem südlich gelegenen Tal fußlahme Menschen bis neben die Hütte transportiert, hält sich der Ansturm in Grenzen. Abends konsumiere ich wie üblich lediglich eine Suppe und muss dann mit ansehen, wie die anderen Gäste wohlriechende Hauptgerichte schlemmen. Für mich fallen heute Pasta-Reste sowie eine Pudding-Nachspeise ab. Vor dem Schlafengehen unterhalte ich mich mit einem umgänglichen EDV-Techniker, der mir in einem Akt uneigennütziger Großzügigkeit zwei Gläser Weißwein spendiert.

Exakte Routenführung: Alpe d'Alpigia (1980m) - Sentiero dei Vanisc (2311m) - P. 1580m - Bocchetta del Lago Nero (2563m) - Capanna Basodino (1856m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 1400m; Abstieg: 1500m
Distanz: 15 km
Reale Gehzeit: 7,5 Std

Basodino (3272m)

98. Tag: Samstag, 14.8.04: Capanna Basodino (1856m) - Rifugio Val Toggia (2160m)

Nach mehr als 10 Tagen (als ich den Piz Platta erkletterte) steht heute endlich mit dem Basodino (3272m) der nächste Gipfel auf dem Programm. Das Wetter ist mir nicht wohl gesonnen, um sechs Uhr morgens nieselt es vereinzelt. Zunächst durchquere ich den Tunnel zum Lago del Zött (1940m), dann erklimme ich, anfangs sehr steil, die Moräne bis zum Gletscherende auf 2800 Metern.
Basodino-Gletscher (3100m)
Mir wurde ausdrücklich versichert, dass er so gut wie keine Spalten aufweise. Sonderlich steil ist er glücklicherweise auch nicht, denn der Einsatz in steilen Grashängen hat meine Steigeisen abstumpfen lassen. Ab 3050 Meter umhüllt mich dichter Nebel, auf dem Ostgrat geht es in anregender Kletterei, nicht allzu schwierig, in die Höhe. Es ist sehr kalt und windig, von Zeit zu Zeit fallen einige Schneeflocken. Auf dem Basodino-Gipfel (3272m) angekommen entscheide ich mich, den Abstieg ohne Sicht nicht über die unbekannte Westflanke (IIer Gelände) zu wagen, wie ursprünglich vorgesehen, sondern auf dem Aufstiegsweg bis auf 2300 Meter abzusteigen.
Basodino-Gipfel (3272m)
Dort treffe ich nach einigen Schlenkern (bedingt durch steile Felsabstürze) auf den markierten Weg zur Bocchetta di V. Maggia (2635m). Zu meinem Verdruss muss ich in dieser Variante fast 400 Meter Gegenanstieg in Kauf nehmen, aber angesichts der schlechten Verhältnisse erscheint sie mir sicherer. Jenseits des Grates, gleichzeitig Landesgrenze, wandere ich auf italienischem Boden an vielen Seen vorbei zum Rifugio Val Toggia (2160m). Da meine Lebensmittelreserven annähernd aufgezehrt sind, gewähre ich mir den Genuss einer Halbpension. Abends sitze ich mit einem älteren Ehepaar aus Stuttgart am Tisch, die ich auf den nächsten beiden Hütten jeweils wieder treffen werde. Sie sind insgesamt drei Wochen unterwegs und folgen dem GTA („Grande Traversata delle Alpi“), einem Weitwanderweg, der in 55 Tagen vom Monte Rosa ans Mittelmeer führt und dabei auch relativ unbekannte, teilweise menschenleere und touristisch unerschlossene Gebiete durchwandert. Mein Abendessen artet in eine Völlerei aus, da die beiden kein Fleisch konsumieren und daher für mich riesige Berge davon übrig bleiben.

Exakte Routenführung: Capanna Basodino (1856m) - Basodino (3272m) - P. 2300m - Bocchetta di V. Maggia (2635m) - Rifugio Val Toggia (2160m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 1800m; Abstieg: 1500m
Distanz: 16 km
Reale Gehzeit: 9 Std

Basodino-Ostgrat (3200m)

99. Tag: Sonntag, 15.8.04: Rifugio Val Toggia (2160m) - Rifugio Margaroli (2194m)

Nach einem typisch italienischen, sprich spärlichen Frühstück steige ich an beeindruckenden Wasserfällen, den Cascata del Toce, vorbei 1000 Meter auf einem alten Walserweg, heute Teil der Via Alpina, eines weiteren transalpinen Weitwanderwegs, ins Val Formazza ab.
Cascata del Toce (1600m)
Dort schlängeln sich enorme Touristenmassen in langen Autokolonnen bis ins Talende nach oben. Diesem Touristenstrom verdanke ich, mich sogar am Tag des Herrn mit Lebensmitteln eindecken zu können, wenn auch zu schlechten Konditionen (45 Euro bleiben auf der Strecke!). Im folgenden Aufstieg erklimme ich zunächst eine anstrengende, steile Skipiste, was den Schweiß in Strömen rinnen lässt. Den parallel verlaufenden Sessellift verschmähe ich. Ohne weitere Mühen erreiche ich mein heutiges Ziel, das Rifugio Margaroli (2194m).

Exakte Routenführung: Rifugio Val Toggia (2160m) - Valdo (1274m) - Rifugio Margaroli (2194m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 950m; Abstieg: 900m
Distanz: 15 km
Reale Gehzeit: 5,5 Std

Im Vordergrund Rifugio Myriam (2045m)

100. Tag: Montag, 16.8.04: Rifugio Margaroli (2194m) - Rifugio Capanna Castiglioni (1631m)

Meine heutige Wegstrecke besitzt eher erholsamen Charakter, insgesamt sind nur dreieinhalb Stunden Fußmarsch zu absolvieren. Schon bald bin ich am höchsten Punkt, der Scatta Minoia (2599m), angelangt, wo sich eine Steinhütte, das Bivacco Conti, befindet.
Bivacco Conti (2599m)
In der Hütte haben Wohlmeinende eine 800g-Jumbo-Plätzchentüte zur freien Verfügung zurückgelassen, die ich Notleidender mir unter den Nagel reiße. Bei einem Blick auf die Wegmarkierungen in der Umgebung stechen unterschiedliche Techniken ins Auge: Während sie in der Schweiz stets parallel zum Weg verlaufen, zeigen sie in Italien kreuz und quer in alle Himmelsrichtungen. Einige Zeit später habe ich den großen Lago di Devero (1856m) umrundet und erreiche Crampiolo (1767m), wo ziemlicher Aufruhr herrscht. Heute ist Almfest, nebenan befindet sich das Ziel eines 14-km-Laufs.
Crampiolo (1767m)
Ich beobachte das Eintrudeln der hinteren Ränge, der Sieger ist längst gekürt. Zum Rifugio Capanna Castiglioni (1631m) ist nur mehr ein Katzensprung zurückzulegen, die Hütte liegt auf einer hübsch anzusehenden Hochebene, der Alpe Devero, etwas abseits von den anderen Bauten. Zur Mittagszeit ist sie vollbesetzt. Am Nachmittag statte ich den Festivitäten einen Besuch ab und mische mich unter die mehreren hundert BesucherInnen, die, per Auto angereist, den unterschiedlichsten kulinarischen Genüssen frönen oder einfach einen Spaziergang machen. Kurz nach Vier beginnt es heftig zu regnen, ich kann mich gerade noch in die Hütte retten. Draußen flattert eine "Pace"-Flagge im Wind, aus der Küche tönen Hippie-Songs, Cat Stevens und die Beatles geben sich ein Stelldichein.

Exakte Routenführung: Rifugio Margaroli (2194m) - Scatta Minoia (2599m) - Lago di Devero (1856m) - Rifugio Capanna Castiglioni (1631m)
Höhenunterschied: Aufstieg: 400m; Abstieg: 1000m
Distanz: 14 km
Reale Gehzeit: 3,5 Std

Alpe Devero (1631m)
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